Gesson HAMANAKKA | 濱中月村 陶歴

濱中月村(Gesson Hamanaka)arbeitet seit der Gründung seines eigenen Brennofens, des Ōya-gama (大屋窯) im Jahr 1969 in Hagi, kontinuierlich an einer Keramikpraxis, die sich zwar aus dem Umfeld der Hagi-Keramik entwickelt hat, sich jedoch nie auf diese Region beschränkt. Von Beginn an bildete 茶陶 (chadō / Teekeramik) den inhaltlichen und formalen Kern seiner Arbeit; zugleich entstanden Gefäße für den täglichen Gebrauch sowie großformatige Arbeiten, darunter Teller und Platten, die auch in internationalen Einzelausstellungen gezeigt wurden.

Charakteristisch für Gessons Werk ist eine bewusste Erweiterung des regionalen Rahmens:
Neben der Arbeit mit Hagi-Tonen und deren spezifischem Verhalten im Holzbrand setzte er sich intensiv mit anderen keramischen Landschaften Japans auseinander. Insbesondere Shigaraki, und ei lokalen Techniken Oribe und Shino spielten eine zentrale Rolle für seine formale und materielle Entwicklung. Diese Auseinandersetzungen zeigen sich nicht als stilistische Zitate, sondern als eigenständige Übersetzungen von Tonqualitäten, Glasurspannungen und Oberflächenwirkungen in eine persönliche Sprache. Materialwahl, Glasur und Brand werden dabei als gleichwertige Gestaltungsmittel verstanden, nicht als nachgeordnete technische Parameter.

Im Noborigama des Ōya-Kilns entstehen Arbeiten, die das Zusammenspiel von Ton, Glasur und Aschewirkung bewusst offenlegen. Craquelé-Strukturen, Farbübergänge und brandspezifische Spuren sind nicht dekorativ eingesetzt, sondern Ergebnis eines kontrollierten, langjährigen Erfahrungswissens im Umgang mit Holzfeuerung und unterschiedlichen Tonkörpern. Die Gefäße bewegen sich zwischen präziser Formdisziplin und einer Offenheit für brandspezifische Unwägbarkeiten.

1994 begann Gesson mit der Werkserie „矢印〜80億の道標(ミチシルベ)〜“ (Arrow – Wegweiser der acht Milliarden), die heute als ein zentrales Konvolut seines Schaffens gilt. In dieser Serie tritt die formale Klarheit der Gefäße stärker in einen dialogischen Bezug zu konzeptuellen Fragestellungen von Richtung, Orientierung und menschlicher Existenz. Die Arbeiten markieren eine bewusste Verdichtung seines bisherigen Weges und verbinden funktionale Keramik mit einer reflektierten, über das Objekt hinausweisenden Aussage.

Gessons Werk ist damit weniger als stilistische Position innerhalb der Hagi-Keramik zu verstehen, sondern als langjährige keramische Forschung, die regionale Grenzen überschreitet und sich aus der Praxis des Formens, Brennens und Gebrauchs heraus entwickelt hat. Gerade diese Offenheit gegenüber unterschiedlichen keramischen Kulturen macht seine Arbeiten für eine internationale, fachlich versierte Öffentlichkeit anschlussfähig.

Hamanaka Gesson in Hagi
Hamanaka Gesson in Hagi 2019

Vita

1943 Geboren in Kishiwada, Präfektur Osaka
1961 Einstieg in die Töpferkarriere
1969 Baut „Oyagama“ im südlichen Teil der Stadt Hagi.
1971 Benennung der Töpferei in „Tsukimura“
1989 Tsukimuras Sammlung vervollständigt (1989)
Einzelausstellungen: Ikebukuro Seibu (6 Mal seit der ersten Einzelausstellung 1977) Kokura Izutsuya (3 Mal seit 1980)
New Yorker Galerie ZERO, das stille Graffé DAIICHI ARTS
Seibu Art Forum „Kaorishiki Melody“ Ausstellung – zwei Wochen –Roppongi Saka Gallery „Pfeil-Ausstellung“/Yamaguchi Space Red Brick „Pfeil-Ausstellung“
Yamaguchi La Seine „Blumengefäß-Ausstellung“ Akasaka Yu Gallery (seit 1990) „Lebensmittelbehälter-Ausstellung“, „Oribe/Shino-Ausstellung“, „Kiyohas Hagi-Ausstellung“
Mailand, Sydney, Melbourne usw.
1996 Daniel Ost Demonstration im Umewaka Noh Theater
1997 Ausstellung von „Hamanaka Tsukimura Pottery“, einer Kreation aus Ton und Flamme zum 110. Jahrestag der Veröffentlichung der Zeitschrift, im Jomo Shimbunsha; „Return to Hagi and Tea Ceramics“ in der Akasaka Yu Gallery;
1998 „Tsuri-Ofen-Ausstellung“ unter der Leitung von Gastkoch Shitoshi Sasaki in der Galerie Aruigus
1999 „China-Japan Literary Exchange Exhibition“ zum Gedenken an den 50. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China auf der Anagama-Konferenz des Beijing History Museum in Lawn, Australien „30th Anniversary Exhibition“ in der Akasaka Yu Gallery
2000 „Heavy Vessels Exhibition“ unter der Regie von Shitoshi Sasaki im Hana no Utsuwa, Kanazawa Noh Theater im Daniel Ost „Ceramics Exploration“, ausgestrahlt auf NHKBS2
2001 Ankündigung von Porzellan und Planung und Entwicklung der Oyagama-Porzellanausstellung.
2002 Veröffentlicht in „101 Tea Ceramic History and Contemporary Artists“ von der Japan Broadcasting Publishing Association
2003 Ausstellung zum 70-jährigen Jubiläum des Kaufhauses Hanshin „Die Erschaffung von Hagi, Erde und Feuer“
2006 Nara Gofusha
Mitsukoshi Fukuoka-Laden Von Teekeramik bis Seisan „Hamanaka Tsukimura-Keramik“ 45 Jahre Geschichte Osaka Gallery Kuro

2008 „Mukaijizai“-Ausstellung in der Akasaka Yu Gallery

2018 Osaka Gallery Pigyara

Besuche
2019

Link
http://ooyagama.com/gessonhamanaka